Was die CRC beschlossen hat und warum
Die Resolution CRC 8308 vom 30. Juli 2026, am selben Tag im Diario Oficial Nr. 53.569 veröffentlicht, ändert das Regelwerk der Resolution 5050 von 2016, um Betrug in Mobilfunknetzen zu bekämpfen. Ziel ist es, Anrufe und Nachrichten mit Identitätsbetrug (Personen, die sich als Banken, Behörden oder Unternehmen ausgeben) zu reduzieren und den Nutzern das Vertrauen zurückzugeben, Anrufe anzunehmen.
Die Vorschrift verteilt Pflichten auf die Netz- und Diensteanbieter (PRST), also die Mobilfunkbetreiber einschließlich der virtuellen Mobilfunkbetreiber, und auf die Unternehmen, die ihre Kunden zu kommerziellen Zwecken anrufen. Laut CRC erfolgt die Umsetzung schrittweise: einige Maßnahmen nach drei Monaten, andere nach sechs und weitere nach zwölf Monaten, dazu eine, die von einer späteren Entscheidung abhängt.
Was jetzt beginnt: die Maßnahmen nach drei Monaten
Die Dreimonatsfrist, gerechnet ab der Veröffentlichung im Diario Oficial, endet Ende Oktober 2026. Bis dahin müssen die Betreiber drei Maßnahmen in Betrieb haben:
- «Alerta de llamada sospechosa» (Warnung vor verdächtigem Anruf). Der Betreiber, von dem der Anruf ausgeht, muss seinen Sprachverkehr in Echtzeit überwachen. Erkennt er Muster wie ungewöhnliche Volumina, viele kurze Anrufe in Folge (typisch für Robocalls), mit Betrug in Verbindung gebrachte Nummern oder die Verschleierung nationaler Rufnummern, erscheint der Anruf mit diesem Hinweis auf dem Display des Empfängers. Die Markierung ist befristet und darf höchstens einen Monat nach Verschwinden des Musters bestehen bleiben.
- «Llamada con fines publicitarios» (Anruf zu Werbezwecken). Unternehmen, die Kunden zu kommerziellen Zwecken anrufen, mussten dies ihrem Betreiber im ersten Monat mitteilen, um in ein Register aufgenommen zu werden. Die Betreiber hatten die beiden folgenden Monate Zeit, dies einzurichten. Seit Fristablauf werden diese Anrufe mit diesem Hinweis angezeigt.
- Sperre nicht autorisierter Nummern als Kennung (CLI). Jeder Betreiber muss eine Do-Not-Originate-Liste (DNO) führen und Anrufe sperren, die Nummern anzeigen, die nicht zugeteilt, nicht vergeben, nicht von der CRC zugewiesen oder nur für eingehende Anrufe reserviert sind. Das ist die vieldiskutierte CLI-Sperre.
Außerdem müssen die Betreiber der CRC spätestens einen Monat nach Fristende einen technischen Bericht vorlegen, der belegt, dass die Systeme in Betrieb sind.
Was noch nicht beginnt
Einige angekündigte Maßnahmen starten nicht mit dieser ersten Phase:
- Sperre internationaler Anrufe, die sich als kolumbianische Nummern ausgeben. Die Resolution ordnet an, Anrufe aus dem Ausland zu sperren, die eine Nummer aus dem kolumbianischen Nummernplan anzeigen, außer bei identifiziertem Roaming. Diese Maßnahme wird erst drei Monate nach Inkrafttreten einer späteren Resolution über die Roaming-Parameter verbindlich. Die CRC spricht davon, dass sie «später» kommt.
- Überwachung von Massennachrichten über normale zehnstellige Anschlüsse. Sie kommt nach sechs Monaten, gegen Ende Januar 2027, zusammen mit einer Informationsseite.
- Identifizierung und Validierung von Unternehmensnachrichten (A2P). Hier gilt eine Frist von zwölf Monaten, die jedoch erst ab dem Erlass des Rechtsakts zählt, der die Vergütung dieses Systems festlegt.
Wenn Ihr Anschluss als verdächtig markiert wird
Die Vorschrift sieht ein Prüfverfahren vor. Der Anschlussinhaber hat ab der Benachrichtigung zehn Werktage Zeit, den Betreiber um Überprüfung der Markierung zu bitten und die rechtmäßige Nutzung nachzuweisen. Der Betreiber hat seinerseits bis zu zehn Werktage für die Entscheidung. Kommt er zu dem Schluss, dass es sich um kommerzielle Anrufe handelt, ändert er die Kennzeichnung in «Llamada con fines publicitarios».
Beantragt der Inhaber keine Überprüfung oder kann er das Verhalten nicht begründen, darf der Betreiber den Vertrag über den Sprachdienst mit einer Vorankündigung von mindestens fünf Werktagen kündigen. Die Kennzeichnung bleibt während der Prüfung aktiv. Zudem übermitteln die Betreiber alle sechs Monate der Superintendencia de Industria y Comercio (Aufsichtsbehörde für Industrie und Handel) die Daten der als Werbung gekennzeichneten Anrufe, die zur Überwachung der Einhaltung des Registro de Números Excluidos (Sperrliste für Werbeanrufe) dienen.
Was das für Unternehmen in Kolumbien und Lateinamerika bedeutet
Für Unternehmen, die telefonisch verkaufen oder Forderungen eintreiben, ist die Schlussfolgerung praktisch:
- Rufen Sie nur mit zugeteilten Nummern an. Erfundene, nicht zugeteilte oder reine Empfangsnummern anzuzeigen, führt zur Sperrung des Anrufs.
- Registrieren Sie Ihre Kampagnennummern bei Ihrem Betreiber. So kommen Ihre Anrufe als Werbung und nicht als verdächtig gekennzeichnet an.
- Organisieren Sie Ihre Kampagnen. Viele kurze Anrufe in Folge von derselben Nummer sind genau das Muster, das die Warnung auslöst. Verteilen Sie das Volumen und beachten Sie den Registro de Números Excluidos.
- Halten Sie die Dokumentation Ihres Betriebs bereit, falls Sie innerhalb der zehn Werktage eine Überprüfung beantragen müssen.
Für Endnutzer ist das eine gute Nachricht: weniger Betrugsanrufe und mehr Informationen für die Entscheidung, ob sie abnehmen. Bei 19 80 TIC Cloud stellen wir als virtueller Mobilfunkbetreiber direkt zugeteilte Mobilfunknummern bereit und begleiten unsere Geschäftskunden bei der Registrierung und Organisation ihrer Kampagnen. Wenn Sie tiefer einsteigen möchten, lesen Sie auch unseren Leitfaden zu Telefonbetrug bei IP-Telefonanlagen.



